Weit - Wanderung am Samstag, dem 15.06.2013 PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 09. Mai 2013 um 22:30 Uhr

Weit - Wanderung am Samstag, dem 15.06.2013

Treffpunkt und Abfahrt 8:15 Uhr Parkplatz "In den Letten" Edenkoben oder 9:00 Uhr auf dem Parkplatz (links) vor Hermersbergerhof.

Die Anfahrt nach Hermersbergerhof erfolgt in eigenen PKWs, bitte Fahrgemeinschaften bilden.

Wanderbeschreibung: Ab Hermersbergerhof über PWV-Hain, Kaltenbachtriftanlage, kleine Rast, Annweiler Forsthaus (z. Z. geschlossen), Hofstätten, Mittagspause ca. 13:00 Uhr.

Weiter geht es um ca. 14:30 Uhr über Holländerklotz, Luitpoldturm, Luitpoldstein, Dreiherrenstein nach Hermersbergerhof gegen 17:00 Uhr.

Die Wegstrecke beträgt nur ca. 18 km, es ist aber ein Höhenunterschied von 651 m zu bewältigen.

Wanderführer: J. Wittmer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Hermersbergerhof ist ein Weiler im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz, der nur ein gutes Dutzend Häuser zählt und zur Ortsgemeinde Wilgartswiesen gehört.

Mit einer Höhe von 550 m ü. NN ist er die höchstgelegene Siedlung der gesamten Pfalz. Es ist vor allem durch seine Wintersportangebote auch weit über die Grenzen des

Wasgaus hinaus bekannt, insbesondere die Rodelbahn ist ein viel und gern besuchtes Ausflugsziel. Das ehemalige Klostergut ist deshalb auch ein beliebtes Ausflugsziel vieler

"Natursuchender" aus nah und fern, besonders auch an den Wochenenden der Wintermonate. Noch höher hinauf geht`s auf dem Luitpoldturm, von dem man eine herrliche

Rundsicht über den Pfälzerwald bis hin zur Rheinebene genießen kann.

Der Hermersbergerhof liegt im mittleren Bereich des Pfälzerwaldes in der Oberen Frankenweide, deren höchste Erhebungen nördlich des Weilers mit dem

Weißenberg (610 m ü. NN) und dem Hortenkopf (606 m ü. NN) mehr als 600 m erreichen. Er ist von ausgedehnten, kompakten Waldgebieten umschlossen, welche

von wenigen Ausnahmen abgesehen (zum Beispiel Hofstätten) nicht besiedelt sind. Die Trasse der von Süden und Norden zum Hermersbergerhof führenden Straße ist

identisch mit der Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten der Queich im Osten und der Lauter, die hier im Quellgebiet Wieslauter genannt wird, im Westen.

 

Geschichte

Der Ritterstein Nr. 52 in Hermersbergerhof ist eine Reminiszenz an die Tatsache, dass der Ort von 1165 bis 1467 zum Kloster Eußerthal gehörte.

Das ursprüngliche Hofgut wurde durch die fast 50 Kilometer entfernte Benediktinerabtei Hornbach gegründet, nachdem die Gräfin Wiligarta vom

Bliesgau im Jahre 828 mehrere große Ländereien in der Gegend dem Kloster geschenkt hatte. 1165 wurde der Hof an das nur gut 20 Kilometer

entfernte Zisterzienserkloster Eußerthal weitergegeben. Dieses betrieb ihn dreihundert Jahre lang und veräußerte ihn dann 1467 an

Herzog Ludwig I. von Pfalz-Zweibrücken. Wiederum dreihundert Jahre danach, 1773, wurde die damals aktuelle Grenzsituation

zwischen den Wittelbacher Herzögen von Pfalz-Zweibrücken, den Leininger Grafen der Linie Leiningen-Hardenburg-Dagsburg

und der Herrschaft Gräfenstein, die zur Markgrafschaft Baden gehörte, in den Dreiherrenstein beim Hermersbergerhof eingemeißelt.

Wenig später, um 1800, wurde der linksrheinische Teil der historischen Kurpfalz durch französische Revolutionstruppen besetzt

und von Frankreich annektiert; wie alle anderen kirchlichen und adeligen Besitztümer wurde auch der Hermersbergerhof säkularisiert.

Geschichte und Bau

Die Idee zum Bau des Turmes wurde am 29. Mai 1895 auf der Generalversammlung des „Gräfensteiner Verschönerungsvereins“ geboren, den Forstassessor August Zwissler aus Leimen im Jahre 1893 gegründet hatte. Man beschloss, auf dem Weißenberg einen Aussichtsturm zu errichten, für dessen Herstellung 8.000 bis 10.000 Mark veranschlagt wurden. Die nötigen Geldmittel sollte das Vereinsmitglied Martin Jäger einwerben, ein auch unter dem Pseudonym Fritz Claus bekannter Heimatdichter. Dank seines Eintretens für den Turm konnte er den 1902 in Ludwigshafen gegründeten Pfälzerwald-Verein (PWV) für sein Anliegen gewinnen. Die Führung des PWV übernahm die Koordination des Projekts, ließ die Pläne vom Architekten Ludwig Ullmann ausarbeiten und sammelte die nötigen Geldmittel überwiegend aus Mitgliedsbeiträgen. Den Namen schlug Karl Albrecht von Ritter, der damalige Vorsitzende des PWV, vor; Namensgeber war Prinz Luitpold von Bayern. 1908 wurde mit dem Bau des Turms begonnen, seine Einweihung erfolgte dann am 26. September 1909. Die Kosten beliefen sich auf rund 23 000 Mark, was, bezogen auf das Basisjahr 2000, umgerechnet einer Summe von etwa 256 000 Euro entspricht. Die Bezahlung dieses Betrages konnte schon 1911 durch den Pfälzerwaldverein abgeschlossen werden.

Gestaltung (Architektur)

Der aus behauenem Sandstein errichtete viereckige Luitpoldturm besteht aus einer Freitreppe, dem eigentlichen Aussichtsturm und einem Anbau. Das Bauwerk ist insgesamt 34,6 Meter hoch, wobei die Aussichtsplattform 28,5 Meter über Grund liegt und auf ihr noch ein Treppentürmchen mit Tür und Schieferdach aufgesetzt ist.

Nach Überwinden der Freitreppe betritt man ein durch mehrere Fensteröffnungen gut beleuchtetes Treppenhaus, in dem nach 164 Stufen die Aussichtsplattform erreicht wird. Auf halber Höhe befindet sich ein kleiner Erker mit Sitzbank, der zur Rast genutzt werden kann. Der obere Bereich des Turms wird von einem geräumigen Zimmer eingenommen, in dessen Raumachse eine relativ schmale, metallene Wendeltreppe nach oben führt. Man verlässt das Treppentürmchen durch eine metallene Tür und betritt schließlich die Aussichtsplattform, welche von einer etwa hüfthohen Sandsteinbrüstung mit vier Beobachtungsnischen umgrenzt ist. Auf dieser Brüstung sind seit 2002 in regelmäßigen Abständen insgesamt 12 Plaketten angebracht, auf welchen prägnante Ziele im näheren und weiteren Umfeld des Turms mit Entfernungsangabe festgehalten sind.

Am Fuße des Turms befindet sich ein Anbau, welcher als Rastplatz und Schutzmöglichkeit bei schlechtem Wetter gedacht ist. Er enthält einen steinernen Tisch und Sitzbänke, ferner einen Kamin und eine Gedenktafel, auf der die wesentlichen Daten des Turms und seine Baugeschichte dokumentiert sind.

Lage und Aussicht

Der Turm steht auf der Fläche der Gemeinde Merzalben mitten im Pfälzerwald auf dem höchsten Punkt des Weißenbergs (610 m ü. NN). Vom Hermersbergerhof ist der Turm 1,4 Kilometer entfernt und in 10 bis 20 Gehminuten zu erreichen. Bei gutem Wetter lassen sich von hier aus 457 namentlich bekannte Ziele in der Pfalz, in Baden-Württemberg, dem Elsass und dem Saarland identifizieren,[8] wobei die auf der Aussichtsplattform angebrachten 12 Zielplaketten die Orientierung erleichtern können. Zu sehen sind bei entsprechenden Sichtverhältnissen zum Beispiel Donnersberg (42 km Entfernung, Sichtchance ca. 42 %), Kalmit (20 km, Sichtchance ca. 82 %,), Donon (96 km, Sichtchance ca. 8 %) und Hornisgrinde (77 km, Sichtchance ca. 14 %).

 

Im Gebiet des Weißenbergs befinden sich mehrere Felsblöcke, die als Steinmarken bzw. Rittersteine auf historisch bemerkenswerte Ereignisse hinweisen bzw. diese dokumentieren.