Lautstarker Protest gegen grün-rote Windenergiepolitik PDF Drucken E-Mail
Montag, den 16. September 2013 um 10:33 Uhr

altIn der Hunsrücker Kreisstadt Simmern schlossen sich am vergangenen Samstag 22 "Gegenwind"-Bürgerinitiativen aus ganz Rheinland-Pfalz und dem Saarland zu einem eingetragenen Verein zusammen. Dieses "Bündnis Energiewende für Mensch und Natur" versteht sich als eine die Ländergrenzen übergreifende Dachorganisation, der schon in den nächsten Wochen weitere Bürgerinitiativen auch aus Nordrhein-Westfalen, Hessen, Lothringen und dem Elsass beitreten wollen.

Besonders wichtig ist den Bündnispartnern der permanente Erfahrungsaustausch untereinander, insbesondere auch im Hinblick auf ihre unterschiedlichen Erfahrungen mit den behördlichen Genehmigungsverfahren für sogenannte Windparks. Der in Simmern zum Ersten Vorsitzenden gewählte Schriftsteller Uwe Anhäuser betont: "Alle unsere Bündnispartner sehen sich mit den gleichen Tatbeständen konfrontiert. Die rheinland-pfälzischen Ministerien für Wirtschaft und Umwelt haben den Naturschutz faktisch abgeschafft. Die gesetzlich vorgeschriebene Mitwirkung der zehn anerkannten Umweltverbände bei Windparkplanungen findet seit anderthalb Jahren überhaupt nicht mehr statt. Die Energiewende ist so zum Deckmantel für die Gewinnung immenser neuer Einnahmen auf Kosten der Natur und sämtlicher bürgerlichen Stromverbraucher geworden."

Auf dem Schlossplatz in Simmern brachten über 600 Teilnehmer einer im Anschluss zur Vereinsgründung durchgeführten öffentlichen Kundgebung ihren Unmut über die von "Grünen" und "Roten" verantwortete Energiepolitik zum Ausdruck. Bunt wogten ungezählte Banner, Transparente und Schilder aus allen Regionen zwischen Sieg und Saar, Mittelrhein und Rur über der dichten Menschenmenge. Markante Schlagworte waren darauf zu lesen: "Das Maß ist voll!", "Stoppt den Windradwahnsinn!" und "Bürger wehrt euch!". Mit Pauken, Trompeten, Klingeltönen und Trillerpfeifen wurden die teils emotionalen und teils ausgesprochen sachkundigen Ansprachen eines halben Dutzends Rednerinnen und Redner kommentiert.

Es wurde deutlich, dass die grün-rote Energiepolitik, wie sie zurzeit überall in Rheinland-Pfalz praktiziert wird, ebenso wie die im Saarland von der CDU-Landesregierung verantworteten "Hauruck-Methoden" bei den Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen von einem rapide wachsenden Teil der Bevölkerung nicht mehr hingenommen werden.

Uwe Anhäuser: "Die erschreckende Verunstaltung unserer Heimatlandschaften durch immer größere Windrotorentürme imponiert und gefällt nur noch denjenigen, die dadurch selber Geld verdienen. Doch in Wahrheit "verdienen" sie es nicht, denn es ist ausschließlich dasjenige Geld, das wir als private und gewerbliche Stromkunden via EEG und Einspeisevergütung berappen müssen. Die vielbeschworene 'regionale Wertschöpfung' ist eine dreiste Lüge. Denn hierzulande wird die Energiewende nahezu vollständig über die fortgesetzten Strompreiserhöhungen finanziert."

Nach dem Ende der Kundgebung, bei der auch ein zu Herzen gehendes Grußwort des einstigen BUND-Gründers Enoch zu Guttenberg vorgelesen wurde, brachen die Mitglieder des Bündnisses und viele einheimische Bürger, die sich den Gruppen spontan anschlossen, zu einem zwar lautstarken, doch völlig friedlich verlaufenden Demonstrationszug durch die Simmerner Innenstadt auf. Die "Hunsrückmetropole des Windradwahnsinns", wie Simmern auch außerhalb der Region schon immer häufiger genannt wird, erlebte so die bisher größte Protestkundgebung ihrer tausendjährigen Geschichte.