Wanderbericht vom 5. Oktober 2014 Spangenberg PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 23. Oktober 2014 um 14:25 Uhr

Trübe Prognosen stellten uns die Wetterpropheten für unseren Wandersonntag in Aussicht. Als wir uns um 9.20 Uhr am Bahnhof trafen, war vom Wald auch rein gar nichts zu sehen. Um es vorwegzunehmen, unsere beiden Wanderführer hatten scheinbar einen sehr guten Draht zu Petrus. Schirm oder sonstiger Regenschutz konnte getrost im Rucksack bleiben, dass Wetter besserte sich zusehends und sogar die Sonne ließ sich blicken und begleitete uns auf unseren Weg.

Mit dem Wanderbus fuhren wir hoch zum Heldenstein und wanderten auf bequemen Weg hinüber zum Totenkopf. Nach einer Kurzrast ging es weiter zum Studerbild, an dem uns Wanderführer Franz einiges dazu erzählte. Zu unserem Wanderziel, der Ruine Spangenberg ging es dann nur noch bergab. In der Burgschänke wurden wir sehr freundlich empfangen. Allerdings hakte es etwas bei der Essensausgabe, was für leichte Verstimmung sorgte. Trotz der Verzögerung, erreichten wir pünktlich die Bushaltestelle in Erfenstein. Was nicht pünktlich war, war der Bus, dadurch wurde es nochmal sehr spannend, ob wir den Anschlusszug in Lambrecht noch erreichen würden. Dies hat zwar geklappt, doch es war ein Spiel auf ganz wenige Sekunden. Der Rest der Heimfahrt verlief ohne Zwischenfälle nach Plan.

Vielen Dank an das Wanderführer-Duo für die gelungene Herbstwanderung.

INFO Studerbild

Errichtet wurde der Bildstock 1769 auf dem damals viel benutzten Weinspangen-Weg. Mit Pferde- und Ochsengespannen wurde zu dieser Zeit Wein vom Haardtrand in das Elmsteiner-Tal gebracht. Eine Betsäule, an der man Schutz für die Reise erflehen konnte war also durchaus angebracht, zumal der Weg in das Elmsteiner-Tal ab dem Studerbild stark bergab ging.

Der Name erinnert an den den „Stutgarten“, einem Stutenhof, der 1505 in der Nähe der Burg Spangenberg angelegt wurde.

Die Sage vom Studerbild

1794, nach der verlorenen Schlacht am Schänzel, vergruben flüchtende Preußen ihre Kriegskasse unter dem Bildstock. Jahre nach diesen Ereignissen, erschien in Diedesfeld ein preußischer Offizier und erkundigte sich nach dem Studerbild. Einige Tage später, soll man den Stein umgestürzt aufgefunden haben und darunter die leere Grube, in der die Kasse versteckt war.

(nach Fred Weinmann, „Kultmal der Pfalz“)

INFO Spangenberg

Die Burg wurde im 11. Jahrhundert erbaut und gelangte im Jahr 1100 als Schenkung des Bischofs in den Besitz des Hochstifts Speyer. Durch die Jahrhunderte wechselten immer wieder die Besitzer. 1470 im Zuge der „Weißenburger Fehde“, die den Hintergrund der bekannten „Lederbrücken-Sage“ bildet, wurde die Spangenberg und die ihr gegenüber- liegende Erfenstein erstmals zerstört. Um 1500 wurde sie wieder bewohnbar gemacht und diente 100Jahre als Wohnburg des „Stutmeisters“. Im ersten Jahr des Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wurde sie vom Heerführer „Ernst von Mansfeld“ erneut zerstört. Das endgültige Aus kam dann im „Pfälzischen Erbfolgekrieg“ (1688) durch die Truppen „Ludwig des XIV“.

Die Sage vom „bösen“ Ritter Kasper

Einer Sage nach wurde die Burg vom bösen Ritter Kaspar erbaut, den die Bevölkerung den “Wilden Kaspar” nannte. Er und die Tochter des Kaisers waren ineinander verliebt und wollten sich in der Burg zusammen verstecken. Damit niemand von der Existenz und dem Ort der Burg wusste lud er alle Handwerker, welche die Burg errichteten zu einem Festmahl in eine Hütte ein. Als diese alle betrunken und satt in der Hütte eingeschlafen waren, zündete Kaspar die Hütte an. Alle die vom Bau der Burg wussten starben im Feuer. Er holte die Tochter des Kaisers zu sich in die Burg und sie lebten jahrelang darin. Eines Tages wanderte ein Pilger durch das Speyerbach-Tal und entdeckte dabei die Burg. Als er am Tor pochte um nach einen Unterschlupf für die Nacht zu bitten erblasste er beim Anblick der Kaiserstochter, als diese ihm das Tor öffnete. Er wurde herein gebeten und fürstlich bedient. Zusammen mit dem wilden Kaspar schimpften sie über den Kaiser. Am nächsten Morgen wollte der Pilger wieder gehen, doch Kaspar verband ihm die Augen und ritt ihn selbst aus dem Tal hinaus, so dass der Pilger sich den Weg nicht merken könne. Doch der Pilger war der Kaiser selbst. Er holte sein Heer und zog durch das Speyerbach-Tal bis zur Burg Spangenberg. Kurz bevor er die Burg einnahm, stürzten sich der Ritter Kaspar und die Tochter des Kaisers von den Burgmauern in die Tiefen des Tals, sie wollten gemeinsam sterben und den drohenden Strafen entgehen. Beim freien Fall sollen ihre Gewänder wie Fallschirme gewirkt haben und sie “landeten” unverletzt. Sie wurden vom Kaiser festge- nommen. Kaspar wurde zum Tod am Galgen verurteilt. Seine Tochter verheiratete der Kaiser mit einem anderen Mann. (entnommen aus Wikipedia)

Wanderbericht: Wolfgang Renne

Wanderführung: Maria und Franz Seebach