Pfalzweite Informationsaktion der Initiative Pro Pfälzerwald Drucken
Mittwoch, den 03. Juli 2013 um 09:14 Uhr

altDie Initiative Pro Pfälzerwald wird am kommenden Wochenende im Rahmen eines Aktionstages verstärkt auf die Gefahr durch den Bau von Windrädern im Naturpark Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Nordvogesen aufmerksam machen. Dazu werden an verschiedenen Orten Informationsschriften verteilt.

Anlass ist das Interview in der Rheinpfalz vom 25. Juni 2013 mit Herrn Martin Waldhausen, dem Vorsitzenden des deutschen UNESCO MAB-Komitees, dessen Aufgabe die Umsetzung und Fortentwicklung des interdisziplinären zwischenstaatlichen UNESCO-Programms "Man and the Biosphere"- "Der Mensch und die Biosphäre" ist. Dieses hat sich im Rahmen seiner turnusgemäßen, alle 10 Jahre stattfindenden, jetzt durchgeführten Überprüfung des deutschen Teils des Biosphärenreservats eindeutig für ein windradfreies Waldgebiet im Pfälzerwald ausgesprochen hat und damit die Richtigkeit und die Bedeutung der Aktivitäten der Initiative ProPfälzerwald bestätigt hat. Herr Waldmann sprach in diesem Zusammenhang von einem großen Schatz, den man wertschätzen und erhalten sollte!

Es ist fraglich, ob die rheinland-pfälzische Landesregierung und die zuständige Ministerin Frau Eveline Lemke den UNESCO Empfehlungen folgen werden, da die gebürtige Hamburgerin offensichtlich keinen Bezug zu unserer waldreichen Heimat hat und es auch möglicherweise nicht ins Finanzierungskonzept der Landesregierung passen wird. Das Finanzierungskonzept basiert u. a. darauf, dass ausgerechnet im Jahr des 300. Jubiläums der nachhaltigen Waldwirtschaft, die Nachhaltigkeitskriterien deutlich abgeschwächt wurden um den Weg für mehr Holzeinschlag frei zu machen. Außerdem wurde der Landesentwicklungsplan radikal geändert um den Bau von Windrädern auch dort möglich zu machen wo vorher Landschafts- und Naturschutz für Einnahmen aus naturnahem Tourismus gesorgt haben und wo das Land jetzt lieber hohe Pachteinnahmen für seine forstliche Liegenschaften kassieren möchte, ohne sich um die existenzbedrohenden Szenarien für die regionale Gastronomie und die Beherbergungsbetriebe zu kümmern.

Es gibt Anlass, sich große Sorgen zu machen. Beispiele:

- die jüngste Veröffentlichung einer südpfälzer Arbeitsgruppe, die alleine 60 Windräder in den zentralen Pfälzerwald in unmittelbarer Nachbarschaft der 2400 ha großen Kernzone "Quellgebiet der Wieslauter" des Biosphärenreservats  gebaut sehen will

- das hauptsächlich auf Windkraft setzende Energiekonzept einer Heltersberger Firma, das darauf baut, nicht nur Windräder auf den dafür ausgewiesenen Flächen auf der Sickinger Höhe zu stellen, sondern ganz massiv Windräder in unmittelbarer Nähe der Ortschaften Geiselberg, Heltersberg, Schmalenberg, Trippstadt und Leimen vorsieht

- die Planungen im Leinigerland, wie Leuchtenberg und Steinkopf sowie die Wattenheimer und Lambsheimer Planungen. Bei diesen Planungen wird auch keine Rücksicht darauf genommen, ob es sich z.B. um Pflegezonen, Stillezonen oder Natura 2000-Gebiete handelt.

Die Initiative Pro Pfälzerwald setzt sich mit dieser Aktion einmal mehr dafür ein, das Problem hervorzuheben und den Schatz Pfälzerwald für die regionale naturverträgliche Wertschöpfung zu bewahren, statt ihn Spekulanten der Windbranche für fragliche Projekte zu überlassen. Das wäre eine Zerstörung der Erholungsfunktion des grenzübergreifenden Biosphärenreservats Pfälzerwald/Nordvogesen, deren Beginn ausgerechnet im 50. Jahr der deutsch-französischen Freundschaft datiert werden müsste. Frankreich hält den Naturpark ganz bewusst frei von Windrädern, wir sollten es auch tun.

Rudolf Ahrens-Botzong, Ludwigswinkel und

Stefan Huwer, Geiselberg

für die Initiative Pro Pfälzerwald