Wanderbericht 12.06.2010 - „Lorch nach St. Goarshausen“ - "Rheinsteig" - Teil 2 Drucken
Dienstag, den 27. Juli 2010 um 09:03 Uhr

Bericht über eine Mehrtages-Wanderung!

Tag 1

Am 12. Juni früh morgens um 7Uhr15 trafen sich 12 Rheinsteig -Wanderinnen und Wanderer am
Bahnhof in Edenkoben. Zunächst fuhren wir per Bahn nach Niederheimbach von dort setzten wir
mit der Autofähre über den Rhein nach Lorch, zum Ausgangspunkt unserer diesjährigen
Rheinsteigwanderung.
Die Wetterverhältnisse deuteten alles in allem auf stabiles und perfektes Wanderwetter hin. Nicht zu kalt und vorallem  nicht zu warm, denn gleich am Orstausgang Lorch ging es richtig zur Sache. 150 Höhenmeter hinauf zur Ruine Nollig wollten überwunden werden. Ein schmaler, steiler Pfad, der trittsicherheit und Kondition verlangte, führte uns hinauf. Ein schöner Rastplatz mit herrlichem Blick in das Rheintal belohnte uns aber für die vergossenen
Schweisstropfen.

Weiter ging es durch die Weinberge zum Felsabsturz Wirbeley, den wir nach 2 Stunden erreichten. Von hier konnten wir einen herrlichen Ausblick auf das Mauer umgürtete Bacharach mit der Burg Stahleck, die zur Zeit eine DJH beherbergt, genießen.
Der Weiterweg führte uns entlang alter Weinbergsmauern, durch Buschwerk und Schieferhalden
eines ehemaligen Bergwerks. Zur Mittagszeit an der Grenze zwischen Hessen und Rheinlandpfalz waren wir überrascht über einen kleinen Waldkiosk mit schattigen Sitzgelegenheiten die wir natürlich sofort in Beschlag nahmen, denn ein kühles Getränk war jetzt hoch willkommen. Nach der Rast ging allerdings direkt nochmal hoch auf 351 Höhenmeter zum höchsten Punkt des Tages von hier aus hatten wir erstmals einen Ausblick auf unseren ersten Zielort Kaub mit seinem weltbekannten Bauwerk, der Burg Pfalzgrafenstein einer ehemaligen Zollstation mitten im Rhein.


Gegen 17Uhr kamen wir in Kaub an und konnten bei einer Kaffeerast im Ort am eigenen Leib
erfahren, was es heißt auf der rechten Rheintalseite zu leben. Im 5 bis10Minuten Takt wurden
unsere Gespräche durch vorbeiratternde Güterzüge schlagartig unterbrochen, für ein
Weltkulturerbe eigentlich ein unhaltbarer Zustand. Beim Einchecken in die neurenovierte DJH
von Kaub war daher auch jeder darauf bedacht ein Zimmer zur Nordseite zu bekommen, um nicht in der Nacht das Gefühl haben zu müssen, auf dem Bahnhof zu liegen.

Tag 2

 

 

Nach einer doch relativ ruhigen Nacht, wenn man von einigen nächtlichen Randalierren absieht,
die es scheinbar überall gibt, stand die Königsetappe von Kaub nach St. Goarshausen auf dem
Plan. Wie es auf dem Rheinsteig so üblich ist, mußten erstmal wieder einige Höhenmeter absolviert werden. Bis nach Dörrscheid zur Hahnenplatte waren es genau 250 Hm. Dafür bot sich uns dort wieder ein unvergleichlicher Ausblick, Stunden könnte man dort sitzen und genießen. Aber der Weg nach St.Goarshausen und zur Loreley war noch weit, denn knapp 24Km standen heute auf dem Programm.
Auf steilem, schmalen Pfad ging es dann hinunter zum Aussichtspunkt Roßsteig. Oberwesel mit
seiner Stadtmauer zeigte sich dort in ganzer Pracht. Der Weiterweg war jetzt realtiv eben,
ABER! nach ca. 30 Minuten führte uns der Weg steil bergab in das Urbachtal um dann auf der
anderen Talseite noch steiler ca. 174 Höhenmeter wieder bergauf zur Waldschule zu führen.
Hier war erstmal eine gründliche Verschnaufpause angesagt. Auch die Loreley war in der Ferne
schon sichtbar. Mit Ausnahme einer kleinen aber giftigen Steigung führte uns der Weg relativ
eben hin zur Felsenkanzel die wir nach ca. 60Min erreichten. Eine improvisierte
Gartenwirtschaft lud uns dort zur Rast ein. Der Weg zur Loreley war jetzt auch nicht mehr
allzuweit. Nur die vielen Kunststwerke am Wegesrand dorthin gaben uns einige Rätsel auf.
Leider wurde auf keiner Tafel od. Schild Sinn und Zweck dieser Werke erläutert.
Natürlich quoll der Weltkultfelsen Loreley von Besuchern aus aller Herren Länder, gewandet
im Sonntagsstaat, schier über. Trotzdem ließen es sich unsere Wanderer nicht nehmen das von
Heinrich Heine und Friedrich Silchers verfasste Volkslied zu intonieren.
Nach einer Kaffeerast beschlossen wir, um pünktlich den Rheinexpress auf der anderen
Rheinseite zu erreichen mit dem Bus nach St.Goarshausen zu fahren. Alles in allem war dies
auch sehr wirtschaftlich. Denn Im Buspreis war bereits der Preis für die Rheinfähre inclusive
und das ganze für 1Euro,  besser geht es wirklich es nicht. Nach einigen Kämpfen mit dem Fahrkarten Automat der Bahn, die wir nur knapp gewannen, brachte uns diese wieder zurück nach Edenkoben, wo wir um ca. 19Uhr ankamen.

 

Zwei tolle Wandertage mit viele Eindrücken und Aussichten haben wir erlebt.

Bleibt am Schluss nur noch ein großes Lob an die Wanderführung auszusprechen und die BITTE
nach MEHR davon.

INFO:
Der Name Loreley setzt sich zusammen aus den Wörten Ley=Felsen und loren=rauschen.
An der Loreley soll es früher ein siebenfaches Echo gegeben haben, aber seit dem Bau
der Eisenbahntunnel durch den Felsen ging dies verloren.

Wanderführung: Ina u. Robert Wagner
Bericht: Wolfgang Renne
Bild: Robert Wagner

Rheinsteig 2010