Wanderbericht 21.03.2012 - Fahrt ins Elsass zur „Maginot Linie“ Drucken

36 Personen, darunter 7 Gastwanderer fanden sich ein und fuhren mit dem Bus durch Pfälzer-Wald und Dahner Felsenland nach Lembach im Elsaß. Vor unserer Besichtigung packten Dorle und Rolf noch Getränke aus, und zur Rucksackverpflegung konnte jeder noch einen kräftigen Schluck nehmen.

Dann übernahm der elsässisch Führer, Bertrand unsere Gruppe und bei einer gut 2 Stunden dauernden Führung erzählte er uns in anschaulicher Weise Bau und Konstruktion der Anlage, dessen Planer der französische Kriegsminister Andre` Maginot war. Bauzeit für das gewaltige Werk war von 1930-1935. Es diente als Befestigungslinie an der französischen Ostgrenze. Die Anlage hatte zwei Eingänge, einen oberen für die Mannschaft und einen unteren als Materialeingang. Die Mannschaft bestand aus 6 Offizieren, 24 Unteroffizieren und 540 gemeinen Soldaten, die in 3er Gruppe rund um die Uhr Dienst ausübten – 8 Stunden Dienst, 8 Stunden Freizeit, 8 Stunden Schlaf. Mancher Soldat hatte es besser als zu Hause, denn die Anlage besaß Licht, Heizung, Toiletten, Duschen und eine hervorragende Be- und Entlüftung. Bei unserem Rundgang in 25m Tiefe sahen wir die Mannschaftsküche mit modernsten Geräten, die Schlafräume, Arztzimmer, Apotheke, Zahnarztzimmer und die Kommandozentrale. Zum Schluss durften wir noch einen Geschützturm erklimmen und Bertrand zeigte uns die Handhabung und Mechanik der Geschütze. Die Anlage hatte sechs Geschütztürme, die alle gleich waren und mit zwei Doppelkanonen, mit einer Reichweite von 9600m bestückt waren. 1940, nach der Kapitulation Frankreichs, wurde die Anlage von der Deutschen Wehrmacht übernommen, die jedoch keine Verwendung fand, weil sie zur reinen Verteidigung nach Osten hin erbaut war. Letzlich muß man sagen, dass der Bau völlig überflüssig war, da nur an zwei Tagen dort gekämpft wurde. Nachdem wir wieder ans Tageslicht kamen, brachte uns der Bus zum Restaurant „Maimont“ in Ludwigswinkel, wo wir bei unserer Schlussrast recht gut bewirtet wurden. Einen herzlichen Dank an Dorle und Rolf, die diesen Ausflug aussuchten und uns die Besichtigung ermöglichten.

Wanderführung: Dorle Petershans & Rolf Bouquet
Wanderbericht: Franz Seebach