Wanderbericht 01.04.2012 - "Ruine Falkenburg und Hermersbergerhof" Drucken

 

Unsere Wanderung begann in Wilgartswiesen am Bahnhof. Gerda und Bernd Sträßner, unsere Wanderführer, berichteten zunächst aus der Geschichte der ältesten Gemeinde des Queichtals.

Sie ist aus einem landwirtschaftlichen Hof hervor gegangen, den die aus dem Bliesgau stammende Gräfin Wilgarta (das Geschlecht leitet seinen Namen von der Familie der Widonen her) 828 dem Kloster Hornbach geschenkt hat. Das waren Vorfahren der salischen Kaiser. Die Gemarkung des Dorfes ist mit 5641 ha ungewöhnlich groß und hat z. Z. 1072 Einwohner. An beiden Ortseingängen gibt es Burgruinen. Beide sind längst so weit abgetragen, dass man vom Tal aus nichts mehr von den Festungsbauten wahrnimmt. Davon ist die östlich gelegene ältere, im Volksmund „altes Schloss“ genannte ehemalige Höhenburg mit Holzaufbauten namensgebend für den Ort.

Die Burg ist seit Ende des 13. Jahrhundert zerstört. Unsere Wanderung ging nun zunächst bergauf in Richtung Hermersbergerhof. Der kleine Ort liegt in 560 m Höhe und hat ca. 70 Einwohner. Wanderer, Naturliebhaber und Wintersportfreunde kommen gerne hier her. Man kann hier angenehm einkehren was auch von unserer Wandergruppe mit Freude wahrgenommen wurde. Nach der Pause ging es zum Teil über den Waldpfad mit schönen Aussichtspunkten zurück nach Wilgartswiesen und wir erreichten die am westlichen Ortseingang auf einem hohen Felsenriff liegende Ruine Falkenburg, einst eine bedeutende Burg. Der gewaltige Burgfelsen krönt einen in Jahrmillionen entstandenen „Umlaufberg“, der ursprünglich von der jungen Queich umflossen war. Irgendwann suchte sich das Gewässer durch rückschreitende Erosion südlich davon seinen heutigen verkürzten Verlauf. Dabei ist als Überbleibsel der Schlossberg entstanden, der in das Naturschutzgebiet Tiergarten einbezogen ist. Der Tiergarten ist mit großen Kosten 1553 von Graf Hanns Heinrich, der damalige Inhaber der Falkenburg, angelegt worden. Hier konnten die Schlossherren frisches Wildbret gleich vor der Türe schießen.

Auch ein Ritterstein weist auf diesen Tiergarten hin. Heute ist diese weite Talmulde mit 4 idyllisch, teilweise mit Seerosen bewachsenen Weihern ein Naturschutzgebiet. Der Burgfelsen ist durch eine vom Pfälzerwald-Verein konstruierte Treppenanlage seit 1926 wieder begehbar. Von dort oben hatten wir einen weiten Ausblick über das Queichtal. Nicht zu Übersehen ist die zweitürmige protestantische Kirche auch „Dom des Queichtals“ genannt. Die neoromanische Kirche wurde von 1839 – 1843 erbaut. Nach Zerstörungen in den Kriegen und eines großen Brandes ist die Kirche mehrfach restauriert worden und steht heute unter Denkmalschutz. Hier nahm auch unsere Wanderung nach ca. 15 km ihr Ende.

Text nach Unterlagen aus dem Ritterbuch bzw. Rittersteinen Nr.45,46,49,224,218 und Internet.

Für die interessante und schöne Wanderung ein Dankeschön den beiden Wanderführern Gerda und Bernd Sträßner

Wanderbericht : Jürgen Wittmer